Warmachine: Apotheosis
24.März 2009 Klaus Stanjek
Beinahe zeitgleich mit Escalation hat Privateer Press schon den nächsten Ergänzungsband in deutscher Sprache an den Start geschickt. Kein leichtes Unterfangen, denn der neue Band mit Namen Apotheosis tritt ein hartes Erbe an. Schließlich war der Vorläufer ausgesprochen gelungen, und an dieses hohe Niveau gilt es unbedingt anzuknüpfen. Doch zur Beruhigung sei vorweg soviel schon einmal verraten: Das Unternehmen ist geglückt!
Dabei spitzt sich Lage in Western Immoren weiter zu: Während das khadoranische Imperium ungebrochen in Großmachtsträumen schwelgt und seine Eroberungszüge weiter fortsetzt, während der Grenzkonflikt zwischen dem Protektorat und Cygnar einem neuen Höhepunkt entgegen strebt, erwacht nun auch die vierte Fraktion der ehernen Königreiche endlich zu einem unheilvollen (Un-)leben: Die Cryx schmieden einen geradezu teuflischen Plan, der mit einem Mal die gesamte Machtbalance des Kontinents nachhaltig zu verändern droht. Der Krieg ist nun nicht mehr aufzuhalten, und die Entwicklungen gehen an keinem der Hauptakteure spurlos vorüber. So manch ein lieb gewonnener Charakter aus dem Grundregelwerk durchläuft dabei eine überraschende Entwicklung. Es bleibt also spannend in Western Immoren…
Die Hintergrundtexte sind wieder einmal von hohem Niveau – spannend zu lesen, bringen sie die Handlung zügig voran. Die gelegentlichen Schwächen der bisherigen Regelwerke sind sauber und kompetent vermieden worden. Auch die Übersetzung kann sich wirklich sehen lassen.
Daneben gibt es wieder jede Menge neues Spielmaterial, mit dem sich die einzelnen Fraktionen für die bevorstehenden Auseinandersetzungen aufrüsten können. Jede Fraktion erhält zwei neue Warcaster, und darüber hinaus werden zwei bekannte Warcaster-Modelle aus dem Grundregelwerk in modifizierter Form neu aufgelegt (sog. „Epic Warcaster“). Dies ist eine wirklich interessante Idee, immerhin wird derart dem Verlauf der Hintergrund-geschichte in überzeugender Weise Rechnung getragen. Wie bereits im ersten Ergänzungsband so wird auch in Apotheosis sorgfältig darauf geachtet, daß die neuen Modelle vor allem mehr Farbe und Varianz ins Spiel bringen ohne dabei den bisherigen Rahmen zu sprengen. Insofern sind die neuen Modelle mit dem vorangegangenen Material voll kompatibel.
Ebenfalls bemerkenswert ist, daß der neue Band ansonsten mit erfreulich wenig Regelergänzungen auskommt und somit das überzeugend-einfache Grundprinzip des Spiels nicht verwässert wird: Warjack-Bande und neue Kraftangriffe ermöglichen eine ausreichende Fülle an neuen taktischen Variationen und fügen sich obendrein perfekt in den bisherigen Rahmen ein.
Abgeschlossen wird der Ergänzungsband mit einer wiederum herausragend konzipierten Kampagne, in der die Ereignisse der Schlacht im Thornwood nachgespielt werden können. Übersichtliches Kartenmaterial und eingängige Szenariobeschreibungen, ergänzt durch originelle Sonderelemente, versetzen den Leser unversehens und problemlos direkt in die einzelnen Handlungsabläufe. Dabei sind die Einzelszenarien außerdem sorgfältig zu einer großen, zusammenhängenden Kampagne verknüpft. So wünscht man sich echtes Spielmaterial. Es ist unübersehbar, wie viel Mühe und Ideen seitens der Kreativen von Privateer Press in dieses Material geflossen sind.
Insgesamt hat Warmachine: Apotheosis einen rundum überzeugenden Eindruck bei mir hinterlassen. Bleibt eigentlich nur noch zu sagen: Weiter so!
Matt Wilson, Jason Soles u.a.
Apotheosis
Privateer Press, 144 Seiten, 34,99
Tags:Privateer Press, Steampunk, Warmachine
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