Warhammer: Das Imperium
30.Oktober 2007 Klaus Stanjek
Graham McNeill
Das Imperium
Games Workshop, 96 Seiten, 19,95
ISBN 1-84154-801-4
Nun ist es also soweit: Das Imperium schlägt zurück! Einst das mächtigste Reich in der Alten Welt, erhebt sich die Herrschaft von Sigmars Erben zu neuem Glanz. Nach dem Verschwinden des göttlichen Gründers des vornehmsten aller Menschenreiche vor mehr als 2000 Jahren setzte der langsame, aber unaufhaltsame Verfall des Reiches ein: Thronstreitigkeiten und beständige Angriffe von beinahe allen finsteren Kräften der gesamten Warhammer-Welt hatten die einstige Macht langsam aber sicher ausgehöhlt. Der Sturm des Chaos unter dem Champion der Chaosgötter Archaon sollte diesem Bollwerk der Zivilisation nun endgültig den Todesstoß versetzten. Doch es kam anders: Der neue Imperator Karl-Franz stellte sich an der Seite des geheimnisvollen Jünglings Valten, den manche als den leibhaftig-wiedergekehrten Sigmar verehren, dem finsteren Chaosgeneral entgegen und schlug dessen Armeen vor den Toren von Middenheim in die Flucht. Eine Ära des Wiederaufstieges und des Sieges scheint nunmehr angebrochen…
Soweit zur Geschichte des Imperiums, wie sie sich in dem neuen Armeebuch aus der siebten Edition darstellt. Seit längerer Zeit bekommt man endlich mal wieder ein Quellenbuch, das jenseits der bloßen Spielmechanik auch in wirklich vorbildlicher Weise auf die Spielhintergründe eingeht. Dabei wird nicht nur die Geschichte, sondern auch die politische Ordnung und die Magierakademien des Imperiums ausgesprochen sorgsam behandelt – für mich ein unverzichtbarer Bestandteil des Spieles und ein echter, erster Pluspunkt für das neue Armeebuch.
Auch ansonsten ist das neue Quellenbuch als ein echtes Highlight zu werten. Der Übergang in die siebte Edition hat dem Imperium nicht geschadet – im Gegenteil. Den Machern ist es bestens gelungen, die Kriegsmaschinerie des Imperiums wieder so richtig einzuheizen, ohne dabei den besonderen Charakter der Armee auf dem Altar der einseitigen Verbesserung zu opfern. Besonders die gestärkte Rolle der Sigmarpriesterschaft ist in dieser Hinsicht lobend hervorzuheben. Die Priester mit ihren verbesserten Zauberfertigkeiten sind in der neuen Auflage endgültig eine echte Alternative zu den Magiern geworden, vor allem im Verbund mit den Flagellanten. Das ist perfekt, um den fanatisch-religiösen Charakter des Imperiums zu unterstreichen. Ansonsten wurden vor allem die vielen kleinen Regelverästelungen (z.B. im Bezug auf die Ritterorden) kompetent zurückgestützt, wodurch die Spielbarkeit und das Tempo der Imperiumsarmee deutlich verbessert werden. Auch die neuen Charaktermodelle können überzeugen: Sie gut genug, um in der neuen Welt von Warhammer mithalten zu können, ohne jedoch in halbgöttliche Sphären entrückt zu werden, wodurch schließlich jede Eigeninitiative zur Schaffung eines eigenen Charakters komplett erstickt wird.
Alles in allem ein rundum gelungenes Armeebuch, das hoffentlich den Maßstab für die folgenden Quellenbücher abgeben wird!
Rezension aus Mephisto 36.
Tags:Fantasy, Games Workshop, Warhammer
Artikel gespeichert unter: Warhammer







Trackback diesen Artikel