Metropolis

24.März 2009 Markus Pohlmann

In der letzten Ausgabe haben wir schon ausführlich über das neue Sci-Fi Tabletop Metropolis von Urban Mammoth berichtet. Nun liegt die deutsche Ausgabe des Regelbuches von Ulisses Spiele vor, und wir hatten schon die Gelegenheit, einige Probespiele zu absolvieren.

Wie schon in der Skirmish-Variante Urban War dreht sich alles um den von einer außerirdischen Invasion geplagten Planeten Iskandria. Zusätzlich zur Bedrohung durch die Koralon verstricken sich hier die menschlichen Kriegsparteien in kleinliche Gefechte untereinander anstatt sich der ungleich größeren Bedrohung durch den gemeinsamen Feind zu stellen. So stehen sich nun insgesamt sieben Fraktionen gegenüber, von denen jede ihre eigenen Stärken und Schwächen und ihren ganz spezifischen Spielstil hat.

Lenkte man im kleineren Bruder noch die Geschicke einer kleinen, hoch spezialisierten Einheit, befehligt man nun als Spieler eine richtige Armee im Ringen um Ruhm, Reichtum und das tägliche Überleben.
Üblicherweise besteht solch eine Armee aus einigen Kerneinheiten, welche dann, je nach Mission, Gegner oder Laune, über andere Einheiten erweitert werden können, die in der Lage sind, besondere Aufgaben innerhalb der Armee zu übernehmen. Auch wurde hier wieder auf das bewährte Prinzip der »Kaliber« zurückgegriffen. So verfügt eine Einheit mit einem höheren Kaliber über mehr Erfahrung und verbesserte Fähigkeiten als eine, die erst frisch rekrutiert wurde. Die Befehlsvergabe aus dem Vorgängerspiel kommt ebenfalls zum Einsatz, nur daß diesmal nicht einzelne Modelle, sondern ganze Einheiten dem Befehl folgen. Hier hat man nun verschiedene Aktionsmöglichkeiten, mit denen man agieren, aber auch auf die gegnerischen Befehle reagieren kann, so daß ein großes Maß an Flexibilität während des Spieles gewährleistet ist.

Der Spielfluß ist sehr dynamisch, da jeder Spieler abwechselnd eine Einheit aktiviert. Dadurch erspart man sich längere Zwangspausen und ist ständig in das Spielgeschehen eingebunden. Grundsätzlich wurden die Regeln des Skirmish-Spiels übernommen, aber wo nötig sinnvoll für ein Einheiten-System ergänzt, erweitert und vereinfacht.

Spieler, die schon erste Erfahrungen mit Urban War sammeln konnten, wird der Einstieg in Metropolis leicht fallen, auch wenn teilweise die Bezeichnungen der Einheiten – zu ihrem Vorteil – geändert wurden. Neueinsteiger dagegen werden wahrscheinlich etwas länger brauchen, um sich in dem Spielprinzip zurecht zu finden und sich an die verschiedenen Tabellen zu gewöhnen. Der klar strukturierte, nüchterne Aufbau des Regelwerkes, die Beispiele und erklärenden Illustrationen tragen aber zum Verstehen der Regeln erheblich bei.

Einer der wenigen Mängel ist allerdings das Fehlen von Abbildungen der Miniaturen, zumindest ein kleiner Überblick wäre hier wünschenswert gewesen. Ein wenig Auflockerung bringen die zahlreichen, in den Text eingebundenen Illustrationen. Die Texte, sowohl im Hintergrundteil als auch im eigentlichen Kern der Regeln, sind gut geschrieben, auch die Übersetzung ist gelungen, und es finden sich kaum Fehler in dem Band.

Ansonsten legt Urban Mammoth mit Metropolis ein interessantes Tabletop vor, das einige neue Konzepte bietet und durchaus überzeugen kann, wenn man sich auf die Besonderheiten des Systems einläßt und auch größere Schlachten schlagen will. Praktischerweise sind auch die Figuren und deren Werte bei beiden Spielen voll miteinander kompatibel, so daß man seine schon bestehende Urban War-Truppe durchaus als Kern einer größeren Armee nutzen kann.

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