Aeronautica Imperialis

24.März 2009 Markus Pohlmann

Nachdem die Games Workshop Tochter Forgeworld der wartenden Spielerschaft schon die Imperial Armour-Reihe beschert hat, haben sich die Herren zusammengesetzt und ihr erstes komplett eigenes Spiel entwickelt. Bei Aeronautica Imperialis handelt es sich in erster Linie um Luftkämpfe im Warhammer 40.000-Universum. Aber auch auf dem Boden befindliche Ziele oder Geschützstellungen können den Spielablauf beeinflussen und werden, grade bei Missionen, eine wichtige Rolle spielen. Für die Modelle kann man entweder auf die alten Epic 40.000-Figuren zurückgreifen, oder man nutzt die neuen Forgeworld-Minaturen aus Resin. Diese werden auch direkt mit der passenden Aeronautica-Base ausgeliefert, bei der man wichtige Spielinformationen wie Flughöhe oder Geschwindigkeit direkt im Blick hat.

Das fast 180 Seiten starke Hardcover hält sich nicht lange mit großen Vorreden auf, sondern beginnt gleich mit den Regeln. Diese präsentieren sich sehr kompakt und einfach gehalten, so daß man mit nur wenigen Seiten auskommt. Trotzdem gelingt es den Autoren, hier sehr viele Informationen in den Text zu packen, ohne daß er unübersichtlich wird. Die Regeln teilen sich nochmals in Grundregeln und erweiterte Regeln auf, die nahtlos ineinander übergreifen.

Die Flieger verfügen über wenige Charakteristiken, wie z.B. die Anzahl der Treffer, die sie aushalten können, ihre Geschwindigkeit, die maximale Flughöhe oder die Manövrierfähigkeit. Dazu kommt noch die Standardbewaffnung jedes Modells und die zusätzliche Ausrüstung, mit denen man die Maschinen bestücken kann. Für alle Würfe innerhalb des Spieles kommen ein oder mehrere sechsseitige Würfel zum Einsatz. Desweiteren werden noch die üblichen Utensilien wie Marker, Maßband und natürlich die Modelle der Flieger benötigt. Auch Gelände wie Bunker oder Geschützstellungen sind hier nicht unwichtig.

Ein Spielzug unterteilt sich bei Aeronautica Imperialis in mehrere Phasen, in denen die Flugmanöver gewählt und ausgeführt werden, sich die Flieger bewegen und letzten Endes auf einander oder auf andere mögliche Ziele schießen oder Bomben abwerfen. Wichtig ist hier anzumerken, daß jeder Spieler abwechselnd ein Modell bewegt. Je nach Manövrierfähigkeit des Flugzeuges stehen verschiedene Karten zur Verfügung, die Flugmanöver darstellen, und mit deren Hilfe man sich hinter das Heck des Gegners klemmen und diesen mit seinen Bordgeschützen beharken kann.

Interessant sind nicht nur die Luftkämpfe zwischen den Fluggeräten, sondern vor allem auch die verschiedenen Missionen, die Ziele auf dem Boden oder Geländeteile mit einbeziehen. So beschränkt sich das Spiel nicht nur auf den Kampf um die beste Position, sondern es herrscht ständig Bewegung.
Wenn noch die erweiterten Regeln dazu kommen, in denen Piloten Erfahrung sammeln können, um ihre Fähigkeiten zu steigern, oder während des Kampfes die Munition zur Neige geht, verleiht das dem Spiel eine ganz besondere Note.

Nachdem die Regeln abgehandelt sind, werden die verschiedenen Flugmodelle, ihre Geschichte und ihre technischen Daten im umfangreichen Hintergrundteil ausführlich beschrieben. Hier findet sich auch eine Vielzahl von Informationen, die für alle Freunde des Warhammer 40.000-Universums interessant sind. Für die Bemalung der Modelle sehr hilfreich, sind die vielen Farbtafeln, die eine Fülle an Inspirationen für die Gestaltung der eigenen Modelle bieten.

Sehr erfreulich sind die kompakten und trotzdem klaren und verständlichen Regeln. Schon nach wenigen Seiten hat man die grundlegenden Prinzipien verstanden und kann sich daran machen, die ersten Luftkämpfe auszufechten. Durch die Erweiterungsregeln kommen weitere interessante Elemente ins Spiel, die es ermöglichen, ganze Kampagnen aus dem Warhammer 40.000-Universum nachzuspielen. Mit den vorhandenen Regeln lassen sich so sehr schnell interessante Gefechte spielen, die zwar ohne komplizierte Regeln auskommen, aber trotzdem eine hohe taktische Tiefe nicht vermissen lassen.

Auch die Vielzahl an Missionen und ihre Präsentation tragen zum guten Gesamteindruck bei. Die Aufmachung des Buches ist durchweg gelungen und Dank der vielen Abbildungen, Fotos und Farbtafeln bekommt man einen sehr guten Eindruck von den Luftkämpfen im 41. Jahrhundert. Das Layout ist solide, wenn auch etwas einfallslos, erfüllt aber seinen Zweck. Die restliche Verarbeitung des Buches bietet keinen Grund zur Klage. Lediglich das Ungleichgewicht bei der Verteilung der Truppen fällt negativ auf, so hat z.B. die Imperiale Armee acht Flieger zur Auswahl, während sich die Orks mit nur zwei verschiedenen Modellen begnügen müssen.

Dadurch, daß man schon mit zwei Fliegern pro Seite spannende Schlachten austragen kann und man selten mehr als zwölf Maschinen benötigt, bleibt auch der Kostenfaktor in einem sehr übersichtlichen Rahmen. Dies ist ein weiterer positiver Aspekt des Spieles.

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